Nachhaltige
Entwicklung

Engagierte Studien
zum gesellschaftlichen Wandel

Forschungsfeld

Bildung für nachhaltige Entwicklung

Zielsetzungen für eine Nachhaltige Entwicklung sind weltweit vielfach formuliert und diskutiert. Im Mittelpunkt stehen dabei die sog. Grand Challenges, die großes Herausforderungen für die Menschheit. In der Praxis geht es aber vor allem darum, „global zu denken und lokal zu handeln“. Eine der größten Herausforderungen Nachhaltiger Entwicklung ist die Übersetzung des eher abstrakten Nachhaltigkeitswissens in alltagstaugliche Empfehlungen zur Verhaltensänderung (sogenannte „Gestaltungskompetenzen“). Hierbei kommt Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE) ein hoher Stellenwert zu. Bereits die Agenda 21 bezeichnet in Artikel 36 Bildung als Schlüsselfaktor auf dem Weg zu mehr Nachhaltigkeit. Mittels einer umwelt- und entwicklungsorientierten Bildung und Erziehung und der Anwendung formaler sowie nonformaler Methoden soll dazu beigetragen werden, dass Bürgerinnen und Bürger eine Verbindung zwischen ihren „private troubles“ und den „public issues“ erkennen können (wie C. Wright Mills es nannte). Gegenwärtig wird der BNE-Ansatz im Kontext Transformativer Wissenschaft (auch: Modus-3-Wissenschaft) aktualisiert. Als Inhaber der Forschungsprofessur „Transformative & Öffentliche Wissenschaft“ trage ich zur Umsetzung dieser Ziele mit bei. Denn nur wer über globale Problemlagen informiert ist, kann auch zu Verhaltensänderungen motiviert werden.

Forschungsprojekte

ab Ende 2014

Regional Centre of Expertise (RCE) Südschwarzwald

Der Herausforderung, dem Absatz „Bildung für Nachhaltige Entwicklung“ auch in der Zeit nach der UN-Dekade für BNE weiter Raum zu geben, stellte sich die United Nations University in Tokyo. Als ein unabhängiges Nebenorgan der Vereinten Nationen wollte sie neues Potenzial schöpfen, indem sie bisher wenig kooperierende AkteurInnen zur Verknüpfung anregte. Daraus erfolgte die Gründung eines Netzwerks sog. Regional Centres of Expertise (RCE) im Bereich Bildung für Nachhaltige Entwicklung.

Ein RCE ist eine regionale Koordinationsplattform und Wissensbasis zur Unterstützung lokaler Akteure im Bereich Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) mit internationaler Einbindung in einen globalen Lernraum („global learning spaces“), der aus weltweit 130 dieser Zentren besteht.Durch das weltweite RCE-Netzwerk bleiben erfolgreiche lokale Anstrengungen für BNE keine Einzelprojekte, sondern finden als Best-Practice-Beispiele Nachahmer in vergleichbaren Regionen. AkteurInnen aus lokalen Initiativen können somit größere Aufmerksamkeit erlangen und politische Willensbildung betreiben.

Ende 2014 wurde das Kompetenzzentrum Nachhaltigkeit „Südschwarzwald“ als erstes Regional Centre of Expertise in Baden-Württemberg und als fünftes in Deutschland von der United Nations University in Tokyo vergeben bzw. zertifiziert.

Hauptaufgaben eines RCEs sind Katalysator für die Region die Kooperation inner- und außerwissenschaftlicher Akteure und die Bündelung gemeinsamen Engagement zur Erzeugung von Synergien, die Veränderung von Bildung in Richtung Nachhaltigkeitsdenken, die Verbesserung des Bildungszugangs für neue Zielgruppen, die öffentliche Bewusstseinsbildung für langfristige Entwicklungen (v.a. Lebensqualität, soziale Gerechtigkeit, Verantwortungsbewusstsein) sowie die wissenschaftliche Begleitung und Evaluation dieser Prozesse. Die Vernetzungs- und Aufbauaktivitäten starten im Frühjahr 2015. Zur Projektwebseite

Träger: United Nations Universtity (Tokyo)

2013-2016

Nachhaltigkeit im Gepäck

Das Projekt lässt sich dem Themenfeld „Bildung für Nachhaltige Entwicklung“ und damit grundlegend der Erprobung von Formen der Ko-Produktion von Wissen im Bereich „Transformativer Wissenschaft“ zuordnen. In drei Teilprojekten werden disziplinäre Kompetenzen und außerwissenschaftlichen Problemsetzungen (Relevanzen, Doxa) wechselseitig verschränkt – dem „Nachhaltigkeitsnavigator“, dem „Erzählautomat“ und dem „Nachhaltigkeitsscout“. Die Ko-Produktion von Wissen zielt auf eine „Archäologie des lokalen“ Wissens und daraus einer Ableitung von Lösungsmodellen für die Zukunftssicherheit des ländlichen Raums. Zur Projektwebseite

Träger: Ministerium für Wissenschaft und Kunst, Baden-Württemberg