Öffentliche
Wissenschaft

Engagierte Studien
zum gesellschaftlichen Wandel

Forschungsfeld

Wege zur Öffentlichen Soziologie / Public Sociology

Über meine Beschäftigung mit Tafeln in Deutschland wurde ich zu einem öffentlichen Soziologen. Ich sehe in einer öffentlichen Soziologie die zeitgemäße Möglichkeit, soziologischen Expertise dorthin zu bringen, wo sie hingehört: mitten in die Gesellschaft. Und Wissen dort abzufragen, wo es entsteht: in der Öffentlichkeit. Kern meiner Öffentlichen Soziologie ist der Drang, mich in gesellschaftliche Debatten einzumischen und darin Haltung zu zeigen. Immer geht es mir dabei um drei Aspekte: 1. der Entgrenzung von Ideologien, 2. der Entmenschlichung durch unwürdige Praktiken und 3. der Entobjektivierung von Wahrheit.

Formen und Instrumente Öffentlicher Soziologie / Public Sociology

Ausgehend von Erfahrungen in Drittmittelprojekten und der Etablierung des United Nations Regional Centre of Expertise gründete ich 2015 das Public Sociology Lab – einen Explorationsraum für dialogische Forschungsformate. Damit versuche ich WissenschaftlerInnen und PraktikerInnen zu vernetzen, die sich für partizipative öffentliche Wissenschaft interessieren und einsetzen. Unterstützt werde ich dabei von der HFZ und der Schader-Stiftung, die sich für den Dialog zwischen Wissenschaft und Praxis einsetzt. Beim Verlag Springer VS gebe zudem ich die Buchreihe „Öffentliche Wissenschaft und gesellschaftlicher Wandel“ (zusammen mit Annette Treibel) heraus.

Meine Öffentliche Soziologie ist zeitdiagnostisch. Ich orientiere mich dabei an folgender Definition: „Zeitdiagnosen machen jeweils spezifisch auf einen kritischen Moment gesellschaftlicher Entwicklung aufmerksam und rücken noch kaum oder gar nicht bemerkte Tendenzen und Probleme in den Blick.“ (Jäger/Meyer, 2003, Sozialer Wandel in soziologischen Theorien der Gegenwart) Öffentliche Soziologie ist also keine eigene Theorie, sondern benötigt und transportiert gesellschaftliche Themen.

Narrative Soziologie als Öffentliche Soziologie

Eine Form, diese Themen zu transportieren und zu transformieren ist Narrative Soziologie, für die sich mich sehr begeistern kann. Darunter verstehe ich die Möglichkeit, Geschichten zu erzählen, die soziologische Diagnosen pars pro toto beinhalten. Diese „Prosa der Existenz“ führt zu einem tiefergehenden Verständnis des eigenen Lebens und der eigenen Kultur. Und ich sehe keinen Grund, das Verfassen dieser Geschichten allein Journalisten und Schriftstellern zu überlassen. Öffentliche Soziologie ist für mich nur ein anderes Wort für eine geschichtenerzählende Soziologie.